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Podium und Flash-Mob: Dem ICE wird in Jena die letzte Ehre erwiesen
Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2017 verliert Jena seinen Fernverkehrs-Anschluss. Dazu gibt es ein Programm an der Uni und einen Flash-Mob am Paradiesbahnhof.
Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2017 verliert Jena seinen Fernverkehrs-Anschluss. Dazu gibt es ein Programm an der Uni und einen Flash-Mob am Paradiesbahnhof.
Dass die Jenaer nach Süden künftig zumeist den Umweg über Erfurt nehmen müssen, kommt sie teuer zu stehen. Zudem leitet die Fahrplanauskunft womöglich bewusst auf neue ICE-Strecke um, um die Züge besser auszulasten.
Jena/Erfurt. Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember wird für die Thüringer im Fernverkehr der Bahn nicht alles, aber vieles anders: Von „der größten Angebotsverbesserung in der Geschichte der Deutschen Bahn“, als die das Verkehrsunternehmen den Fahrplanwechsel verkauft, profitiert vor allem Erfurt.
Saaletal-IC kommt ab 10. Dezember 2017 sechs Mal nach Jena – allerdings nicht am Tag sondern pro Woche.
Nach jahrelangen Verhandlungen nimmt der Ausbau der Mitte-Deutschland-Schienenverbindung Weimar-Jena-Gera-Gößnitz Gestalt an. Die Planungsphase für den kompletten zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke haben begonnen.
Die Neubaustrecke führt zu einem deutlich schlechteren Programm auf der Saalbahn. Erst ab dem Jahr 2023 plant die Deutsche Bahn einen Intercity im Zwei-Stunden-Takt durch das Saaletal. Zuvor müssen die Bewohner mit einem Schmalspurangebot leben.
Ministerpräsident Bodo Ramelow dementiert Aussagen des Infrastrukturministeriums: Für zusätzliche Züge hat Thüringen ab Ende 2018 Geld eingeplant.
Nicht jeder freut sich über die neue, schnelle ICE-Verbindung zwischen Berlin und München. Jena etwa verliert seinen Anschluss an den Fernverkehr. Wenn Großprojekte Verlierer produzieren.
Nach dem Wegfall der ICE-Züge durchs Saaletal ab Dezember 2017 kommt eine von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee versprochene Ersatzlösung nicht zustande.
Die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) von Weimar bis Gößnitz wurde vom Bundesverkehrsministerium in den Vordringlichen Bedarf eingestuft. Das teilte die Behörde heute in einem Brief an Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow mit. Damit können nunmehr die Planungen ohne weiteren Verzug aufgenommen werden. Mit dieser Entscheidung ist auch die Finanzierung der Elektrifizierung bis zum Jahr 2030 sicher.